Videospiele


Eine Sache, die ich konsistent mache, ist Videospiele spielen. Ende 2025 wollte ich wissen, wie konsistent eigentlich – und habe angefangen, mein eigenes Spielverhalten zu katalogisieren: jede Bibliothek, jeder Kauf, jede Spielminute, die sich noch rekonstruieren ließ. Herausgekommen ist eine Tabelle mit über 300 Einträgen, und die erzählt mehr über mich, als mir beim Anlegen klar war.

Woher das kommt

Meine Liebe für Videospiele habe ich wahrscheinlich von meinen Eltern, die um die Jahrtausendwende viele Spiele am PC gespielt haben. Viele Erinnerungen aus meiner frühen Kindheit drehen sich darum, wie ich das mittlerweile abgeschaltete MMO „Lego Universe“ gespielt habe – laut meiner Tabelle bis Januar 2012, kurz bevor die Server für immer ausgingen. Aufgewachsen bin ich außerdem mit Konsolen: PlayStation, PlayStation 2, Wii und Nintendo DS. Vor allem die erste PlayStation war selbst in meiner Kindheit nicht das Neueste, aber man nutzt ja, was man hat.

Ein Jahrzehnt in Zahlen

Die Tabelle deckt zehn Jahre ab: vom ersten Steam-Eintrag im Dezember 2015 bis Mitte 2025. Ein paar Zahlen daraus, die ich selbst bemerkenswert finde:

Rund 8.800 erfasste Spielstunden verteilen sich auf gut 300 Spiele – und haben insgesamt etwa 1.090 € gekostet. Das sind 12 Cent pro Stunde. Der Median liegt bei 61 Cent pro Spiel: Über 100 Titel waren komplett gratis, mehr als 50 weitere haben unter einem Euro gekostet, fast 100 kamen aus Bundles. Der Ausreißer nach oben ist ausgerechnet kein Spiel, sondern GameMaker Studio 2 für 93 € – mein Werkzeug aus der Projektprüfung.

Dabei erfasst die Tabelle nur Spiele, die ich tatsächlich gespielt habe. Daneben liegen allein bei Steam noch rund 600 ungespielte Titel aus Bundle-Käufen, bei Epic kommt wöchentlich ein Gratisspiel dazu, und auch über Amazon Prime Gaming wächst der Stapel regelmäßig weiter. Die Verteilung unter den gespielten Titeln ist trotzdem gnadenlos: 21 Spiele haben je über 100 Stunden bekommen, 39 nicht einmal eine halbe. Ganz oben thront GTA V mit über 1.100 Stunden, gefolgt von Garry’s Mod – 450 Stunden für einst 2,49 €, der beste Kauf meines Lebens. Dahinter Stellaris und From the Depths, beides Spiele, in denen man nicht Level durchspielt, sondern Systeme versteht.

Es gibt übrigens kein Genre, das ich prinzipiell nicht spielen würde, außer vielleicht Sport – ein Sportspiel muss wie Rocket League etwas Besonderes haben, um mich zu interessieren. Am liebsten spiele ich fokussierte Einzelspieler-Story-Spiele oder tiefe Sandboxes.

Studios, denen ich Stunden meines Lebens schulde

An Valve. Von meinem Vater habe ich die grenzenlose Wertschätzung für diesen Laden geerbt. 21 Valve-Titel stehen in meiner Tabelle, zusammen über 1.200 Stunden – den Grundstein legte das Valve Complete Pack, gekauft an Heiligabend 2017. Half-Life, Portal, Left 4 Dead: Spiele, die Genres definiert haben. Was ich an Valve aber am meisten schätze, ist ihr Umgang mit Fans. Counter-Strike war ein Half-Life-Mod, bevor Valve das Team einfach eingestellt hat. Der Steam Workshop macht es bis heute kinderleicht, Mods zu bauen und zu installieren. Fan-Content quasi auf das Banner der eigenen Plattform zu schreiben – das vermisst man in anderen Ecken der Industrie.

An Bethesda. 16 Titel, über 650 Stunden, davon allein 537 in der Fallout-Reihe – Fallout 4 ist mit gut 300 Stunden mein meistgespieltes Einzelspieler-Spiel überhaupt. Bethesda baut keine Levels, sondern Orte, an denen man wohnt. Und sie bauen Spiele, die ihre Communitys jahrzehntelang weiterbauen dürfen: Ohne die Mod-Ökosysteme von Skyrim und Fallout wäre mein Modding-Kapitel weiter unten deutlich kürzer.

An Obsidian. Nur zwei Titel in der ganzen Tabelle – und trotzdem ein eigener Brief. Fallout: New Vegas hat mir mit fast 150 Stunden gezeigt, dass die besten Geschichten in Spielen nicht in Zwischensequenzen stecken, sondern in Entscheidungen, die einem keiner abnimmt. The Outer Worlds hat das bestätigt. Manche Studios beweisen mit zwei Spielen mehr als andere mit zwanzig.

An Paradox. Neun Titel, zusammen fast 800 Stunden – allen voran Stellaris mit über 430, Platz drei meiner ewigen Liste, dazu Cities: Skylines und Hearts of Iron IV. Paradox-Spiele haben kein Ende, nur Zwischenstände. Man verliert keine Partie, man beendet nur Kapitel einer Geschichte, die man hinterher noch jemandem erzählen will. Kein anderes Studio bekommt so zuverlässig ganze Abende von mir.

Modding

Eine Sache, die ich liebe: dass man bei sehr vielen Spielen die eigene Erfahrung wirklich einzigartig machen kann, indem man Mods installiert. Minecraft, Skyrim oder Fallout kann man mit hunderten Mods meistens kaum wiedererkennen. Es ist etwas Schönes, dass Fans solche Spiele radikaler und länger verändern und updaten können, als es die Entwickler je tun würden.

Auch selbst Mods zu erstellen habe ich versucht, meistens in Form von Karten. Ich habe Karten für Company of Heroes 2 und Counter-Strike: Global Offensive angefangen, aber nie zu Ende gebracht. Vor allem das Mapping für CS:GO mit Hammer hat mir Spaß gemacht – auch wenn Hammer im Vergleich zu anderen Tools uralt wirkt. Warum ist nie eine Karte fertig geworden? Ich glaube, mir macht das Lernen dieser Tools mehr Spaß, als stundenlang an winzigen Details für ein fertiges Ergebnis zu schrauben. Sollte ich jemals eine Karte fertigstellen, wird sie hier verlinkt sein.

Wie es weitergeht

Die Tabelle endet Mitte 2025, aber das Hobby natürlich nicht. Aktuell warte ich gespannt auf den Release des Steam Frame – VR habe ich bisher ausgelassen, und das will ich bald ändern. Dass ausgerechnet Valve der Anlass dafür sein könnte, passt dann wohl ins Bild.

Was die Tabelle sonst noch verrät

Vielleicht ist der ehrlichste Befund dieser Erhebung gar keine Spielzeit-Zahl, sondern die Tabelle selbst: Wer freiwillig zehn Jahre Kaufhistorie aus fünf Plattformen zusammenträgt und Preise in Bundles anteilig auseinanderrechnet, der spielt nicht nur gerne – der will auch verstehen, wie die eigenen Systeme funktionieren. Dieselbe Eigenschaft, mit der ich Server einrichte und Firewall-Regeln dokumentiere, sortiert offenbar auch meine Freizeit.