Kochen ist eine Sache, die ich mindestens alle zwei Tage machen muss, um mich zu ernähren. Und es macht mir Spaß: Es ist eine Tätigkeit, bei der man nicht viel falsch machen kann – zumindest nicht so falsch, dass am Ende nichts Essbares dabei herauskommt. Ich koche häufig vegetarisch, weil Gemüse deutlich leichter richtig zu garen ist als Fleisch. Außerdem ist es günstiger. Wenn ich etwas mit Fleisch koche, dann meistens mit Hühnerfleisch.
Eine Sache, die ich immer gerne koche, sind Aufläufe und Teigtaschen. Erstere sind schön einfach und mit meiner Lieblingszutat überbacken: Käse. Letztere sind ein riesiger Aufwand, selbst wenn man fertigen Teig kauft – dafür lohnt es sich richtig. Man kann fast alles in eine Teigtasche tun, und es funktioniert.
Ich koche meistens am Vorbild eines Rezepts, halte mich aber so gut wie nie an die genauen Vorgaben. Mengen werden erhöht oder reduziert, Zeiten gestreckt oder gestaucht, Zutaten substituiert oder ausgeklammert. Kochen ist eine der Sachen im Leben, die man sehr gut nach Gefühl machen kann – zumal Geschmäcker ohnehin verschieden sind.
Kochen für eine Filmcrew
Seit ich bei funeralhomefilms produziere, hat das Hobby einen Nebenjob: Bei unseren Drehs koche ich für die Crew – meist über zwölf Leute. Am Drehtag bin ich ohnehin durchgehend am Set, formal als Produzent, manchmal beim Ton, häufiger als Runner. Etwa eine Stunde vor der Mittagspause ziehe ich mich zurück und koche, meist mit Zutaten, die ich am Vortag vorbereitet habe, damit es schneller geht.
Was auf den Tisch kommt, muss skalieren: oft ein Gemüsecurry, angelehnt an dieses Rezept, sonst Wraps, Chilis oder Hot Dogs, seltener etwas mit Nudeln oder kalte Salate – dann eher Couscous-, Nudel- oder Kartoffelsalat, weil das haltbarer ist als Grünzeug. Das Grundkonzept ist immer vegan: Alles, was nicht vegan oder ein häufiges Allergen ist, wird zur optionalen Zutat, die sich jeder selbst auffüllen kann. So treffen wir bisher jede Diätanforderung, ohne doppelt zu kochen.
Gekocht wird, wie es der Drehtag hergibt. Einmal hatte die Location eine voll ausgestattete Küche, ein paar Mal wohnten Bekannte in der Nähe, bei denen ich kochen konnte. Und manchmal muss gänzlich improvisiert werden: keine Küche, die Kühlkette nur über Kühltaschen und Kühlakkus. Dann setze ich auf lagerstabile Gerichte und teile die knappe Kühlkapazität für den Rest gut ein.
Mengen kalkulieren lernt man nur durchs Danebenliegen. Einmal habe ich unterschätzt, wie viel gegessen wird – häufiger überschätze ich und verteile am Ende des Drehtags, was geht, oder packe mir das Mittagessen für den nächsten Tag ab, denn Lebensmittelverschwendung will ich minimieren. Beim Dreh zu Sommerregen hatten wir zum ersten Mal ein Sponsoring mit einer Bäckerei für Frühstück und Komparsenverpflegung – auch da wurde am Ende von Cast und Crew mitgenommen und eingefroren, was übrig war. Und einmal ließ ich mich samt frisch gekochtem Mittagessen mit dem Auto zum Set fahren, wobei der Topf unterwegs etwas ausgelaufen ist. Zum Glück war die Rezeption des Bürogebäudes besetzt, in dem wir drehten, und wir kamen schnell an Reinigungsmittel.
Was Set-Catering übers Produzieren beibringt
Catering – Mittag, Snacks, Getränke, manchmal Frühstück bei langen Tagen – ist bei unseren Produktionen bisher einer der größten Kostenposten. Also suche ich ständig nach Wegen, ihn zu drücken: kostengünstige Gerichte, Sponsorings, Snacks über TooGoodToGo. Gleichzeitig habe ich keine Rolle am Set erlebt, die von Cast und Crew so wertgeschätzt wird wie die des Caterers. Über gutes Essen freut sich jeder, es hält das Set zusammen und verbessert die Dynamik – und die Verpflegung ist der erste Ort, an dem man merkt, ob eine Produktion wirklich durchgeplant ist. Insofern ist die Küche vielleicht der ehrlichste Teil meiner Arbeit als Produzent.
Hier eine Bilderreihe mit ein paar Sachen, die ich gekocht oder gebacken habe.
















