Projektprüfung


Zum MSA-Abschluss gehört eine Projektprüfung. Meine habe ich 2019 absolviert, den Abschluss selbst erhielt ich im August 2021.

Im Rahmen dieser Projektprüfung habe ich mit einer Vierergruppe eine Präsentation, eine „Hausarbeit“ und ein Spiel zum Thema „Beat ‚em Up Arcade Spiele“ erstellt. Ich übernahm eine tragende Rolle in der Organisation des Teams, erstellte die Musik und habe darüber hinaus die gesamte Programmierung des Spiels in GameMaker Studio 2 übernommen. Den Weg dorthin hatte zwei Jahre zuvor ein Kurs zu Raspberry Pi und Python geebnet, von dem ich an anderer Stelle ausführlicher erzähle.


GameMaker

GameMaker Studio 2 ist eine IDE (Integrierte Entwicklungsumgebung) von YoYo Games Ltd., in welcher man mit einer Java-ähnlichen Programmiersprache (GML, GameMaker Language) Spiele programmiert. Diese Game Engine legt ihren Fokus auf 2D-Spiele und ist sehr anfängerfreundlich. Vorzeigespiele, welche mit dieser IDE entwickelt wurden, wären: Hyper Light Drifter, Katana ZERO und Undertale. Ich würde es somit als durchaus fähige Umgebung zum Erstellen von Videospielen einschätzen. Ich habe durch die Projektprüfung ein grundlegendes Verständnis von GameMaker erlangt.

Die Lizenz dafür habe ich im Januar 2019 gekauft. Mit knapp 93 Euro ist sie bis heute der teuerste einzelne Posten in meiner Steam-Bibliothek – und der einzige, der gar kein Spiel ist.


Sprites

Zum Erstellen der Sprites haben wir uns einer Technik bedient, welche schon so alt wie Sprite-basierte Videospiele selbst ist: Videoaufnahmen machen und dort Einzelbilder nachzeichnen. Ähnlich wurde es im Spielklassiker Mortal Kombat gemacht, nur dass dort die Einzelbilder nicht nachgezeichnet wurden, nur freigestellt.


Musik

Die Musik für das Spiel erstellte ich im Programm „FamiTracker“, um einen authentisch alten Sound zu bekommen. FamiTracker simuliert nämlich den Soundchip eines Nintendo Entertainment Systems. Ehrlich gesagt ist die Musik schnell auf den letzten Drücker entstanden, weil sich das Spiel ohne sie etwas leblos anfühlte. Es gibt 3 verschiedene Tracks, wobei einer ein Cover von Dooms „At Doom’s Gate“ (E1M1) ist.


Spiel

Das fertige Spiel hat 4 spielbare Charaktere, mit unterschiedlich schnellen Angriffen, unterschiedlichen Spezialangriffen, Hitboxen und natürlich Sprites. Jeder Charakter kann 3 Angriffe machen, einen Schwachen, Starken und Fernangriff. Man kann außerdem mit Punkten einen Balken für Spezialangriffe füllen. Es gibt 3 verschiedene Level, mit etwas Dekoration im Hintergrund, welche dank eines Zufallsgenerators variiert. Ziel des Spiels ist es, bis zu einer Fahne am Ende des Levels zu kommen und dabei eine hohe Punktzahl zu bekommen. Um dies zu erschweren, gibt es 2 Arten von Gegnern, einer im Nah- und der andere im Fernkampf.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass das Spiel funktioniert und auch sein Ziel erfüllt hat. Rückblickend würde ich einen Haufen Sachen verändern oder anpassen, aber für mein erstes Projekt ist es nicht schlecht. Bewertet wurde die Projektprüfung mit einer Eins.


Was davon geblieben ist

Diese Prüfung war das erste Mal, dass ich etwas gebaut habe, das andere Menschen benutzen – mit allem, was dazugehört: Arbeitsteilung im Team, ein Termin, der nicht verschiebbar ist, und die Erkenntnis, dass ein Projekt nie fertig ist, sondern irgendwann abgegeben wird. Dass die Musik auf den letzten Drücker entstand, ist insofern kein Zufall, sondern der Normalfall.

Programmiert habe ich seitdem in anderen Zusammenhängen weiter, Spiele allerdings nicht mehr. Geblieben ist die Freude daran, ein Werkzeug so weit zu verstehen, dass man damit etwas Eigenes bauen kann – heute meistens Infrastruktur statt Sprites.


Hier ein YouTube-Video, in welchem ich das Spiel spiele. Bei Nachfrage an kontakt[at]doranurban.de kann ich auch das Spiel zur Verfügung stellen.